Gericht verhandelt über Millionenklage eines Transplantationsarztes

09.08.2019

Der Mediziner war 2015 vom Landgericht Göttingen in einem bundesweit aufsehenerregenden Prozess vom Vorwurf des versuchten Totschlags und der Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen worden. (AZ: 7 O 3677/18).

Der Arzt soll damals Daten manipuliert haben, damit seine Patienten früher an eine Spenderleber gelangten. Das Göttinger Landgericht ging zwar davon aus, dass die Manipulation moralisch verwerflich, zum damaligen Zeitpunkt jedoch nicht strafbar gewesen sei.

Mann saß in Untersuchungshaft

Im Zuge des Verfahrens wurde der Arzt im Januar 2013 in Untersuchungshaft genommen. Der Haftbefehl wurde elf Monate später gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von 500.000 Euro außer Vollzug gesetzt. Mit dem später vom Bundesgerichtshof bestätigten Freispruch wurde das Land Niedersachsen verpflichtet, den Kläger für die erlittene Untersuchungshaft zu entschädigen.

Mit seiner Klage in Höhe von 1,2 Millionen Euro verlangt der Arzt nun den Ersatz eines Zinsschadens für die Bereitstellung der Kaution sowie für den Verdienstausfall und die Kosten für eine Verfassungsbeschwerde. Er macht unter anderem geltend, er habe infolge der Untersuchungshaft eine ihm zugesagte Stelle an einem Krankenhaus in Jordanien nicht antreten und das in Aussicht gestellte Monatsgehalt von 50.000 US-Dollar nicht beziehen können.