Reformierter Bund wählt neue Führungsspitze

06.09.2019

Die vom 19. bis 21. September in Nürnberg tagende Hauptversammlung des Dachverbandes besetze turnusgemäß das Moderamen, das ehrenamtliche Leitungsgremium, und dessen Vorsitz neu, sagte der Geschäftsführer des Bundes, Achim Dettmers, in Hannover. Der bisherige Amtsinhaber als vorsitzender Moderator, Martin Engels, gebe in der Hauptversammlung nach vier Jahren sein Ehrenamt ab. Der rheinische Theologe ist seit kurzem Leiter des Evangelischen Forums in Bonn.

Die bislang einzige Kandidatin für das Moderatoren-Amt ist Dettmers zufolge die Pastorin der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Kathrin Oxen. Die 47-jährige Theologin wurde in Ostholstein geboren. Nach dem Theologie-Studium in Wuppertal und Berlin war sie acht Jahre lang Pfarrerin der evangelisch-reformierten Kirche in Mecklenburg-Bützow und Mitarbeiterin der Evangelischen Akademie der Nordkirche im Arbeitsbereich Demokratiebildung.

Von Wittenberg nach Berlin

Von 2012 an leitete sie das Zentrum für evangelische Gottesdienst- und Predigtkultur in Wittenberg, bis sie im Dezember 2018 nach Berlin wechselte. Bis zur Wahl können auch noch in der Hauptversammlung weitere Vorschläge gemacht werden.

Weitere Themen der alle zwei Jahre an anderen Orten tagenden Hauptversammlung seien das 500. Reformationsjubiläum in der Schweiz und die Verleihung des Karl-Barth-Preises 2019, sagte Dettmers. Die nach dem Schweizer Theologen benannte Auszeichnung würdigt herausragende wissenschaftliche Seminararbeiten.

Bedford-Strohm predigt in restaurierter Kirche

Im Abschlussgottesdienst in der evangelischen St.-Martha-Kirche in Nürnberg predige der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte Dettmers. Die Kirche war 2014 bei einem Brand zerstört worden. Erst im vergangenen Jahr wurde sie nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wieder eröffnet.

Dem als Verein organisierten Reformierten Bund gehören Einzelpersonen sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer und die Lippische Landeskirche an. Dazu kommen zahlreiche Kirchengemeinden vor allem aus den unierten Kirchen im Rheinland, in Westfalen, in Bremen und in Hessen-Nassau. Weltweit wird die Zahl der reformierten Christen auf 85 bis 100 Millionen geschätzt. 2005 verlegte der Reformierte Bund seinen Sitz nach Hannover. Dort befindet er sich seit 2014 mit der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen unter demselben Dach.