Schwesig legt wegen Krebserkrankung SPD-Vorsitz nieder

epd-bild/Juergen Blume Nach der Krebserkrankung von Erwin Sellering wurde Manuela Schwesig (beide SPD) dessen Nachfolgerin als Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist nun selbst an Krebs erkrankt. Am Dienstag machte sie die Diagnose öffentlich.

10.09.2019

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist an Brustkrebs erkrankt. Am Dienstag machte Schwesig die Diagnose öffentlich, nachdem sie nach Angaben der Staatskanzlei am Vormittag ihr Kabinett informiert hatte. "Heute ist ein bewegender Tag für mich", sagte die 45-Jährige in einer auf Twitter verbreiteten kurzen Videobotschaft. Ihr Amt als Regierungschefin will Schwesig nach eigenen Worten weiter ausüben. Sie erklärte aber, ihr Amt als kommissarische SPD-Vorsitzende niederzulegen.

"Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar", erklärte Schwesig. Die Diagnose habe sie schwer getroffen, sie sei aber zuversichtlich, dass sie wieder gesund werde, sagte sie.

"Von guten Mächten wunderbar geborgen"

Das Video veröffentlichte sie bei Twitter mit den Worten "Von guten Mächten wunderbar geborgen". Das unter diesem Titel vertonte Gedicht des NS-Widerstandstheologen Dietrich Bonhoeffer (1906 bis 1945) über Mut und Trost ist ein beliebtes Lied in evangelischen Gottesdiensten. Schwesig ließ sich im Jahr 2010 evangelisch taufen.

Nach ihrer Mitteilung erhielt Schwesig von Kollegen in der Politik parteiübergreifend Genesungswünsche. Schwesig hatte das Amt der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern im Juli 2017 angetreten. Sie folgte auf Erwin Sellering (SPD), der das Amt wegen einer Lymphdrüsen-Krebserkrankung aufgegeben hatte. Davor war Schwesig von 2013 bis 2017 Bundesfamilienministerin. Seit dem Rücktritt der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles im Juni 2019 gehörte Schwesig neben Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel zu dem Trio, das die SPD derzeit kommissarisch leitet.