ARD-Journalisten gegen Verschiebung von «Weltspiegel»

11.09.2019

In der ARD regt sich Widerstand gegen eine Verschiebung des Auslandsmagazins "Weltspiegel" im Sonntagsprogramm des Ersten. Gerade in Zeiten von Fake News und einfachen Wahrheiten brauche es den "Weltspiegel", "länger und nicht verschoben", twitterte der NDR-Investigativjournalist Gabor Halasz am Mittwoch. Die ARD will das Vorabendprogramm am Sonntag ab April 2020 neu ordnen, weil die Serie "Lindenstraße" abgesetzt wird. Zuerst hatte das "Handelsblatt" (Dienstag) darüber berichtet. Demnach soll der "Weltspiegel" auf dem prominenten Sendeplatz vor der "Tagesschau" durch Sport ersetzt werden. Das Auslandsmagazin liefe dann eine knappe Stunde früher.

"Es ist noch keine definitive Entscheidung getroffen worden", sagte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm am Dienstagabend auf Anfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bei der ARD-Hauptversammlung kommende Woche sollen die Änderungen thematisiert werden. Laut ARD werden "derzeit mehrere Varianten diskutiert".

Protest von Auslandskorrespondenten

Laut "Handelsblatt" wandten sich mehr als 100 Auslandskorrespondenten der ARD und weitere Journalisten öffentlich-rechtlicher Sender mit ihrer Kritik in einem Brief an die Intendanten. Statt Informationsprogramme wie "Bericht aus Berlin" und "Weltspiegel" zu stärken, "werden sie in den vorliegenden Planungen zeitlich nach vorne verlegt und damit marginalisiert", zitiert die Zeitung aus dem Brief. In der aktuellen Diskussion um die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei dies "eine schwere Hypothek und damit eine falsche Entscheidung."