«Fridays for Future» fordert komplette Überarbeitung des Klimapakets

epd-bild / Christian Ditsch Die "Fridays for Future"-Bewegung bezeichnet das im September vorgestellte Klimapaket der Bundesregierung als "politische Bankrotterklärung". Sie fordert eine grundlegende Überarbeitung.

04.10.2019

In einem offenen Brief an die Bundesregierung hat die "Fridays for Future"-Bewegung eine grundlegende Überarbeitung des im September vorgestellten Klimapakets gefordert. Die Entscheidungen seien eine "politische Bankrotterklärung", heißt es in dem Schreiben: "Angesichts dieser angekündigten Maßnahmen sehen wir die Handlungsfähigkeit Ihrer Bundesregierung beim Klimaschutz nicht mehr gegeben."

Weckrufe aus der Wissenschaft ignoriert

Mit dem Eckpunktepapier ignoriere die Regierung nicht nur den Wunsch Hunderttausender junger Menschen nach einer lebenswerten Zukunft, sondern auch die Weckrufe aus der Wissenschaft und aus breiten Teilen der Bevölkerung, schreiben die Aktivisten. Sowohl das Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter als auch die Klimaziele der Bundesregierung für 2030 würden so verfehlt werden: "Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, das unzureichende Klimapaket grundlegend zu überarbeiten." Die Bewegung kündigte einen weiteren weltweiten Protesttag für den 29. November an, kurz vor dem Beginn der Weltklimakonferenz in Chile.

Im September hatte sich die Koalition auf ein 54 Milliarden Euro schweres Maßnahmenpaket geeinigt, das bereits vom Bundeskabinett gebilligt wurde. Es enthält unter anderem die Einführung eines CO2-Preises, der fossile Brenn- und Kraftstoffe wie Heizöl, Benzin und Diesel teurer macht. Die Mehrbelastungen sollen unter anderem durch eine Anhebung der Pendlerpauschale und des Wohngelds ausgeglichen werden.