Ein Toter und fünf Verletzte bei Anschlägen auf Blauhelme in Mali

epd-bild/Bettina Ruehl Der Blauhelmeinsatz in Mali gilt als einer der gefährlichsten, an dem die Bundeswehr beteiligt ist. Am Sonntag gab es dort wieder Anschläge auf UN-Truppen. Die deutsche Verteidigungsministerin besuchte nun das Land.

07.10.2019

Bei zwei Anschlägen auf UN-Blauhelme sind im westafrikanischen Krisenland Mali ein Soldat getötet und fünf weitere verletzt worden. Die Angriffe ereigneten sich am Sonntag, wie ein Sprecher der Mission Minusma am späten Sonntagabend mitteilte. Derweil besuchte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Bundeswehrsoldaten vor Ort. Ihr Reiseprogramm wurde nach Angaben eines Sprechers wegen der Anschläge nicht geändert.

Vier verletzte UN-Blauhelmsoldaten ausgeflogen

Nach Minusma-Angaben war in Aguelhok im Norden des Landes bei einer Patrouille ein Sprengsatz detoniert. Vier Verletzte seien von einer Eingreiftruppe aus der Luft ausgeflogen worden. Ein aus dem Tschad stammender Soldat sei tot geborgen worden. Eine Stunde später hätten Bewaffnete einen Stützpunkt in Bandiagara im Zentrum des Landes angegriffen und einen Blauhelmsoldaten aus Togo schwer verletzt.

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Anschläge scharf und rief alle Parteien eines Friedensabkommens für den Staat auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Er wies zugleich darauf hin, dass es sich bei Angriffen auf UN-Blauhelmsoldaten um Kriegsverbrechen handeln könne.

Verteidigungsministerin wirbt für Fortsetzung der Einsätze

Die Bundeswehr beteiligt sich derzeit an zwei Einsätzen in Mali: an der Mission Minusma der Vereinten Nationen sowie an der Ausbildungsmission EUTM der Europäischen Union (EU). Kramp-Karrenbauer reiste am Montag zum Antrittsbesuch in das EUTM-Trainingscamp in der 60 Kilometer von Bamako entfernten Stadt Koulikoro. Bislang durchliefen mehr als 13.000 malische Soldaten die Trainings der EUTM Mali.

Die Ministerin warb für eine Fortsetzung des Einsatzes. Mali sei eine große Drehscheibe in der Region, was Migrationsströme, organisierte Kriminalität sowie Terrorismus angehe, sagte sie laut einem Tonmitschnitt des Verteidigungsministeriums. Allerdings müsse analysiert werden, wie die verschiedenen Operationen in dem Land künftig angegangen werden könnten.

Mehr als 50 Länder beim UN-Militäreinsatz vertreten

In Mali kommt es vermehrt zu Terroranschlägen. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat sich die Zahl ziviler Opfer zwischen 2012 und 2018 vervierfacht. Am UN-Militäreinsatz sind rund 10.000 Blauhelm-Soldaten aus mehr als 50 Ländern beteiligt, unter ihnen auch bis zu 1.100 deutsche Soldaten. Der Einsatz gilt als einer der gefährlichsten der Vereinten Nationen. Das Bundeswehrmandat gilt bis zum 31. Mai 2020. Am EUTM-Einsatz nehmen bis zu 350 deutsche Soldatinnen und Soldaten teil. Das Mandat gilt ebenfalls bis Ende Mai 2020.

Das westafrikanische Land geriet Anfang 2012 mit einem Putsch und dem Aufstand bewaffneter Gruppen in eine schwere Krise. Islamistische Gruppen besetzten den Norden des Landes, Anfang 2013 griffen französische Truppen ein und drängten sie zurück. Seit April 2013 existiert der Minusma-Einsatz auf Grundlage der Resolution 2.100 des UN-Sicherheitsrates. Er soll zur Stabilisierung, zum Wiederaufbau, Dialog und Schutz der Bevölkerung beitragen.